Fraut euch sichtbar!

Fraut euch sichtbar!

„Warum bekommen Männer häufig mehr Respekt und Anerkennung, obwohl Frauen oft mehr leisten?“ Diese Frage hat mir vor kurzem eine Ärztin gestellt, die schon viele Jahre in einer Führungsposition ihre Frau steht.

In dieser Frage stecken enorm viele Aspekte. Auf ein paar wesentliche gehe ich ein.

Zunächst: Wer auf diese Frage eine Antwort geben will, darf akzeptieren, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind. Nicht nur körperlich, sondern auch in ihren Hirnstrukturen und Denkweisen, die stark von Hormonen beeinflusst werden. Nicht jeder Mann oder jede Frau ist dabei in allen Aspekten gleichermaßen männlich oder weiblich. Das ist ja gerade das Geschenk. Denn durch diese Individualität sind wir als gemischte Teams noch mehr in der Lage, richtig Großes zu erreichen. Doch in Wahrscheinlichkeiten gesprochen gibt es recht klare Zuordnungen zu männlich und weiblich.

Dadurch, dass Männer und Frauen unterschiedliche Sprachen sprechen, verwundert es nicht, dass es häufig Missverständnisse gibt. Was bedeutet also Anerkennung für Frauen? Was bedeutet sie für Männer? Was genau bedeutet Leistung? Während Männer sich eher am Rang orientieren, orientieren sich Frauen eher an Beziehungen. Darin liegt schon ein wesentlicher Aspekt der unterschiedlichen Wahrnehmung. Nur ein Beispiel: Für die meisten Männer ist das Ränkespiel klar Teil des Jobs. Frauen sehen darin wenig Sinn und ordnen es folglich nicht der Leistung zu.

Wo immer das Geschlechterverhältnis unausgewogen ist, herrschen die Maßstäbe der Mehrheit. In der Wirtschaft sind sie überwiegend männlich: hierarchisch, systemorientiert, rational.

Es geht also darum, Verständnis für die Unterschiede zu schaffen und im nächsten Schritt für Verständigung zu sorgen. Wie in einer guten Beziehung. Wer einander versteht, kann aufeinander eingehen. Wollen wir mehr Frauen, die sich in Führungspositionen wirklich wohlfühlen, damit alle gemeinsam mehr bewegen können? Dann dürfen wir erst einmal Verständnis dafür aufbringen, dass wir unterschiedlich ticken – und uns dann das Beste aus allen Aspekten rauspicken, um zusammen erfolgreich zu sein. 

Also Männer: Nehmt die Frauen als Bereicherung für den Job wahr – ihre Fähigkeiten werden jetzt mehr denn je gebraucht. Denn im digitalen Wandel sind Hierarchien und starre Strukturen immer weniger zeitgemäß. Weibliche Herzensenergie ist der Schlüssel zum Erfolg.

Auf einer anderen Ebene sind in der Frage noch viel mehr Glaubenssätze verborgen. Ihnen allen können wir begegnen, indem wir uns bewusst machen: Gedanken schaffen Wirklichkeit. Das Leben ist erwiesenermaßen das Ergebnis der eigenen Gedanken und Entscheidungen. Jederzeit. „Das ist nicht Philosophie, das ist Physik“, hat schon Einstein gesagt. Was passiert also, wenn Führungsfrauen denken, sie werden nicht wertgeschätzt? Sie manifestieren sich genau dieses Ergebnis. Denn wie treten sie auf? Wie jemand, der sich nicht akzeptiert fühlt. Damit ziehen sie genau das an. Sie werden müde in ihrem Jobumfeld – und frustriert. Und in der Wirtschaftswelt ändert sich…. nichts.

Also Frauen: Fraut euch sichtbar! Nehmt euch selbst wahr und erkennt euch an, für das, was ihr leistet. Darin liegt so viel Potenzial. Dann strahlt es aus. Glaubt daran, dass euch andere akzeptieren – und sie werden es tun.

… Und das funktioniert übrigens unabhängig vom Geschlecht …

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